Dark Pools

Dark Pools vorgestellt: Vorteile und NachteileNach den verschiedenen Finanz-Crashs der letzten Jahre, wird Transparenz ja sehr groß geschrieben. Im völligen Kontrast dazu stehen die sogenannten Dark Pools (auch Dark pool of liquidity). Unter diesem Begriff fallen bank- oder börseninterne Handelsplattformen auf denen anonym gehandelt werden kann. Wie im deutschen Wikipedia-Artikel treffend zusammengefasst wird: „Das zentrale Merkmal der Dark Pools ist die fehlende Transparenz“. Als Händler im Dark Pool weiß man weder, wie viele Wertpapiere, noch zu welchem Preis die Wertpapiere angeboten oder nachgefragt werden. Das erschwert natürlich die Preisfindung, da keine Kauf- oder Verkaufsorder veröffentlicht werden und man so eine Order anonym abgibt.

Laut dem Handelsblatt sollen bis zu zehn Prozent des europäischen Aktienhandels in Dark Pools stattfinden.1 An Dark Pools zugelassen sind übrigens meist nur Großinvestoren. So nutzen vor allem große Investmentfonds, Hedgefonds etc. die Möglichkeiten der Dark Pools.

Vorteile von Dark Pools

Doch warum sollte man sich als Käufer oder Verkäufer überhaupt einem Dark Pool bedienen, wenn dieser einem doch eine so hohe Intransparenz entgegenschlägt. Ganz einfach, in dem sie sich diese Intransparenz zu nutze machen. Möchte man beispielsweise sehr große Orders ausführen, ohne dem Markt die eigene Absicht kundzutun, kann man sich dem Dark Pool bedienen, da hier gar nicht klar wird, wie viel verkauft oder gekauft werden soll.

Genau aus diesem Grund wurden Dark Pools auch ursprünglich von Großinvestoren ins Leben gerufen. Wenn diese gegenseitig große Handelsgeschäfte abwickeln wollte, wollten sie keine gegenläufige Preisentwicklungen riskieren. Würde nämlich der Markt von dem Handel erfahren, könnten die Preise in den Keller rutschen, da andere Marktteilnehmer schnell noch ihre Posten verkaufen würden. Würde hingegen die große Order in viele kleine Teilorder auf dem freien Markt angeboten werden, wäre das auf der einen Seite kompliziert und auf der anderen Seite auch sehr teuer. So sind beispielsweise die Transaktionskosten in Dark Pools deutlich geringer.

Nachteile von Dark Pools

Der genannte Vorteil von Dark Pools ist gleichzeitig auch sein Nachteil. Die völlige Intransparenz ermöglicht es beispielsweise auch Spekulanten mit Insider-Informationen größere Geschäfte zu tätigen und damit all diejenigen zu Schaden, die ohne diese Information zu billig verkaufen würden.

Wie man schön im Buch „Flash Boys“ nachlesen kann, sollen auch Flash-Trader Dark Pools genutzt haben, um an für sie wichtige Informationen heranzukommen.

“Doch die Dark Pools waren trüber Gewässer, ihre Regeln undurchsichtig. Von außen war nicht erkennbar, was im Innern vor sich ging. Es war durchaus möglich, dass Händler einer Bank im Dark Pool gegen die eigenen Kunden agierten – es existierte keine Regel, die dies verboten hätte.“ Lewis, M. (2014). Flash Boys: Revolte an der Wall Street. Campus Verlag, S. 70

Dark Pools in der Kritik

Wie man anhand der Vorteile und Nachteile schon etwas herauslesen kann, nutzen Dark Pools nur sehr wenigen Markteilnehmern, schaden dafür hingegen viele andere und vor allem den Markt an sich. Viele sind der Meinung, dass die Zersplitterung der Märkte, für die Dark Pools unter anderem verantwortlich sind, zum Vertrauensverlust eines Kurses führt. Börsenpreise würden ihre eigentliche Aussagekraft verlieren.

Gegenüber der WirtschaftsWoche erklärt ein Sprecher der europäische Wertpapieraufsicht ESMA hinsichtlich ihrer Unternehmungen bzgl. der Regulierung von Dark Pools:

„Wir wollen verhindern, dass die Preisbildung für Aktien verzerrt wird und sich hier womöglich Gefahren für das Finanzsystem aufbauen“2

Quellen und Verweise

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