Online-Banking: Ab wann man bei einem Schadensfall sein Geld nicht zurück bekommt!

Das Computermagazin c’t hat sich in der Ausgabe 25 vom 15.11.2014 etwas näher mit dem sichereren Online-Banking befasst. Neben viel technischen Know-How, wie das Aushebeln der Sicherheitsmechanismen der Banken funktioniert, konnte man darin auch nachlesen, ab wann man als Kunde selbst fahrlässig handelt und bei einem möglichen erfolgreiche Angriff selbst keine Erstattung des gestohlenen Geldes von der Bank erwarten darf.

Antiviren-Software ist Pflicht!

Wer Online-Banking betreibt, der muss auch für eine Grundsicherung des eigenen Computers sichern. Damit ist ein Virenscanner Pflicht! Deutsche Richter haben mittlerweile schon längst festgestellt, wer Online-Banking ohne diesen Schutz betreibt, handelt grob fahrlässig.

Im Artikel wurde auch darauf hingewiesen, dass kostenpflichtige Antiviren-Programme meist leistungsfähiger sind, da sie auch eine Heuristik-Funktion beinhalten. Demnach wäre die Wahrscheinlichkeit ein Banking-Trojaner einzufangen bei kostenlosen Antiviren-Programm größer. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, dass das für die Haftungsfrage keine Rolle spielen würde. Sprich es ist egal ob man einen kostenlosen oder kostenpflichtigen Virenscanner auf den PC installiert hat, wichtig ist nur, dass überhaupt einer installiert ist.

SMS-Tan: Informationen in SMS überprüfen

Wer das SMS-TAN-Verfahren nutzt, sich also die TAN für die Transaktion auf das Handy/Smartphone schickt, der sollte bevor er die Transaktion mit der zugeschickten TAN abschließt, erst einmal überprüfen, ob die in der SMS stehenden Informationen auch mit denen aus dem Online-Banking übereinstimmen. Stimmt das Zielkonto und die Zahlungssumme mit den ursprünglichen Daten überein? Falls nicht, man aber dennoch die Transaktion abschließt, handelt man ebenfalls fahrlässig. In diesem Fall darf man ebenfalls nicht auf Schadensersatz hoffen. Dies gilt aber nicht nur für SMS-Tan, sondern auch für andere transaktionsgebundenen TAN-Verfahren, wie Chip-TAN oder BestSign.

Achtung bei Smartphone-Apps

Auch Smartphones können von Schädlingen befallen werden, deshalb soll wohl auch hier aus Haftungsgründen eine Antiviren-App im Hintergrund laufen. Aufpassen muss man auch, wenn man das eigene Gerät durch Jailbreak oder Rooting modifiziert. Dann arbeiten entweder die Banking-Apps nicht mehr und darüber hinaus verbieten viele Banken diesen Eingriff in ihren AGB. Auch hier kann es dann wieder zu Schwierigkeiten bei der Haftung führen.

Fahrlässig oder nicht Fahrlässig?

Aber warum ist es überhaupt so wichtig, ob man selbst fahrlässig gehandelt hat oder nicht. Das bringt Markus Feck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, im Artikel recht gut auf den Punkt: „Der Grundsatz ist, dass Bank die Bank haftet“. Dies ist nämlich seine Antwort darauf, ob es denn Regelungen gibt, ab wann ein Opfer eines Banking-Trojaners Schadenersatz erstattet bekommt. Allerdings gibt es hier auch eine Ausnahme. Wenn der Kunde bei der Verwahrung seiner Daten vorsätzlich oder grob fahrlässig handelt, muss er den Schaden selbst tragen. Demnach ist es sehr wichtig, sich an die bisher getroffenen Entscheidungen der Gerichte zu halten und eben nur mit einem Antiviren-Programm auch Online-Banking auszuführen. Im Artikel wurde auch darauf hingewiesen, dass schon das Nichtbeachten von Hinweisen auf der Websiten der Banken zu einem grob fahrlässigen Handeln führen kann, zumindestens gab es hier schon die ersten Urteile.

Abschließend sei noch erwähnt, dass sich die Rechtsprechung hier jederzeit ändern und weiterentwickeln kann. Man sollte die eigene Haftung beim Online-Banking also nicht aus den Augen lassen.

Quelle:

  • c’t Ausgabe 25 vom 15.11.2014 – Artikel „Augen auf beim Online-Banking – Über Schutz vor Schäden und die Haftung, falls er versagt“

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