Blockchain einfach erklärt: Definition, Beispiele und mehr

Blockchain einfach ErklärtLange Zeit war die Kryptowährung Bitcoins der einzige gefeierte Star auf der virtuellen Bühne. Dem eigentlichen Konzept, dass den Bitcoins überhaupt den großen Auftritt ermöglichte blieb lang im Verborgenen. Inzwischen tauchen aber auch die sogenannten Blockchains immer wieder in den Medien auf, sodass es sich durchaus lohnt, sich damit zu befassen. Bitcoins sind nämlich wahrscheinlich nur der Anfang von umwälzenden Veränderungen, die durch Blockchains entstehen könnten.

Was ist die Blockchain?

Bevor wir ins Detail gehen, sollten wir uns erst einmal den Begriff Blockchain näher anschauen und definieren, was die sogenannte Blockchain überhaupt ist.

Einfach übersetzt heißt Blockchain auf Deutsch Blockkette. Es handelt sich also um verschiedenen Bestandteile (Blöcke), die irgendwie mit einander zu einer Kette verbunden sind.

Blockchain – Was ist das? (Einfachste und verständlichste Erklärung überhaupt!) von Dr. Julian Hosp

Wie funktioniert die Blockchain

Die Funktionsweise einer Blockchain kann man mit dem Journal der Buchführung vergleichen. Es ist eine dezentrale Datenbank, bei dem jeder Datensatz durch die Speicherung des Hashwertes des vorangehenden Datensatzes gesichert wird. Einen Hashwert kann man dabei als eine Art virtuellen Daumenabdruck sehen, der für jeden Datensatz eindeutig ist und sich somit für eine Integritätsprüfung eignet.

Manche Software-Entwickler proklamieren, dass Blockchains eine ebenso große Bedeutung zukommt, wie der Erfindung des Internets.

Dadurch, dass nun in einer Blockchain die Daten aufeinander aufbauend gespeichert werden, ist eine nachträgliche Änderung dieser nicht möglich, ohne die Integrität des Gesamtsystems zu beschädigen. Vorteil von einem solchen dezentralen Kontrollmechanismus, der praktisch automatisch und selbstständig die Integrität gewährleistet ist die Tatsache, dass so keine weitere vertrauenswürdige dritte Instanz nötig ist, um die Integrität von Transaktionen zu bestätigen. Gerade diese Instanz (z.B. Banken, Versicherungen …) war und ist es heutzutage immer noch, die Transaktionen teuer mach und diese auch verzögert. Mit Blockchains sollen diese Nachteile nun obsolet werden.

Blockchain technisch erklärt

Blockchain technisch erklärt durch den Bitcoin-Erfinder im Paper Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System

Doch wie funktioniert nun die Blockchain in der Praxis? Dafür nimmt man einmal an, Person A möchte Person 100 Euro schicken. Dafür stehen beispielsweise verschiedene Kryptowährungen bereit, die auf das Blockchain-Konzept zurückgreifen. Person A entscheidet sich für einer dieser Währungen und vollzieht damit die Überweisung des Geldes. Dieser Geldtransfer wird nun genau so in die Blockchain abgespeichert. Die Blockchain selbst liegt aber nun nicht an einem speziellen Ort, sondern verteilt auf Abermillionen Rechner rund um die Welt. Sogenannte Miner „schnüren“ dabei diese Blöcke, in dem sie ihre Rechenkraft zu Verfügung stellen. In solch einem von einem Miner kreierten Block steckt aber nun nicht nur die Geldtransaktion von A zu B drin, sondern beispielsweise auch wer wen gewählt hat, wer wen geheiratet hat, Aktiengeschäfte und vieles mehr. Dieser erstelle Block wird anschließend mit einem Zeitstempel versiegelt und bezieht sich ab diesem Zeitpunkt auf den vorherigen erstellen Block. Die Blockchain hat damit ein neues Glied in die Kette aufgenommen. Würde ein Böser Angreifer C nun die Geldtransaktion zwischen A und B manipulieren wollen, sodass das Geld nicht bei B, sondern bei C angekommen sein sollte. Dann müsste dieser Angreifer nicht nur den Block „hacken“, in dem die Transaktion zwischen A und B gesichert ist, sondern alle anderen Blöcke auch, sprich die ganze Kette. Dies ist aber mit normaler Rechenkraft nicht möglich, sodass ein Blockchain als ziemlich sicher gilt.

Sicher ist sie die Blockchain und auch transparent. Doch möchte A überhaupt, dass jeder auf der Welt sehen kann, dass er B 100 Euro überwiesen hat? Wahrscheinlich nicht und hier kommt ein weiterer Vorteil der Blockchain ins Spiel. Zwar werden alle Transaktion transparent abgespeichert, wer aber die Teilnehmer dieser Transaktionen sind, das kann geheim bleiben. Dies ist Beispielsweise bei der Kryptowährung Bitcoin der Fall. Jeder kann jederzeit ein virtuelles Konto eröffnen und von dort ganz anonym Bitcoins empfangen und senden.

Unterschied zwischen public und private Blockchain

Man unterscheidet zwischen öffentlichen (public) und privaten (private) Blockchains. Wo genau dieses Unterschiede liegen, erfährt man nachfolgend.

Public Blockchain

Eine öffentliche Blockchain (public Blockchain) ist eine Blockchain, wie sie schon weiter oben beschrieben wurde. Diese ist so konzipiert, dass sie ohne Mittelsmann auskommt, in dem auf Peer-To-Peer-Transaktionen in einem dezentralisierten Netz aufgebaut wird. Vorteile sind eine erhöhte Sicherheit, Nachteile hingegen, dass die Sicherheit zu Lasten der Geschwindigkeit geht. Außerdem beinhalten öffentliche Blockchains viel Overhead.
Ein Beispiel für eine öffentliche Blockchain ist die Kryptowährung Bitcoin.

Private Blockchain

Bei der privaten Blockchain existiert im Vergleich zur öffentlichen Blockchain ein Mittelsmann. Dieser schreibt und verifiziert jede Transaktion. Vorteile von solch einer privaten Blockchain ist eine größere Effizienz und damit auch eine schnellere Abwicklung der Transaktionen. Durch den Wegfall der Dezentralisierung entfällt aber auch ein gewisser Teil an Sicherheit. Insbesondere muss dem Mittelsmann vertraut werden.

Beispiel einer privaten Blockchain von Daimler und LBBW bei Schuldschein-Transaktion im Video:

Blockchain Anwendungen

Nachfolgend findet man exemplarisch einige Anwendungen von Blockchains im Überblick:

  • Währungen (Bitcoins, Ether, …)

Vorteile und Nachteile von Blockchains

Nachfolgend findet man die Vorteile und Nachteile von Blockchain im Mittelpunkt.

Vorteile von Blockchains

  • Schnelle Transaktion
  • Kein dritter Intermediär nötig
  • Keine Kosten
  • Keine zusätzliche große Infrastruktur benötigt
  • Einfache Möglichkeit, große Datenmengen unternehmensübergreifende zu analysieren und auszuwerten

Nachteile von Blockchains:

  • Blockchain wird mit der Zeit sehr groß, was zu viel Traffic und benötigten Speicherplatz führt
  • Schneller Netzzugang für Implementierung nötig
  • Energiehunger
  • Einbindung in alte Legancy-Systeme teilweise schwer

Quelle und Verweise:

Nachfolgend findet man weitere Ressourcen im Internet rund um das Thema Blockchain.

Allgemein:

Podcasts:

Videos:


Bildquelle: Free-Photos/pixabay.com

Letzte Änderung des Artikels am 20.08.2017

Kommentare

  1. sehr interessantes Thema , Bitcoin ist zwar das Zugpferd , wird sich auf dauer aber nicht rechnen . Auch Mining ist nicht mehr interessant , wir verwenden Minting . Wir verwenden Ethereum Blockchain der wird gemintet und nicht wie fast alle anderen Coins durch Mining erzeugt.

    Das Geld das beim Bitcoin und fast allen anderen Kryptowährungen in Hardware und Strom investiert wird , wird bei uns in Firmen , Immobilien , andere Kryptowährungen und Gold investiert.

  2. Jasmin Walczak meint:

    „Doch wie funktioniert nun die Blockchain in der Praxis? Dafür nimmt man einmal an, Person A möchte Person 100 Euro schicken.“

    Hier sollte wohl noch erwähnt werden, dass Person A die Transaktion zu Person „B“ vollführt, andernfalls ist die Erläuterung später etwas irritierend.

  3. Christian meint:

    Hallo Jasmin,
    guter Einwurf, vielen Dank dafür! Ich habe den Text entsprechend angepasst und erweitert.

    Beste Grüße
    Christian

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