Social Trading: Vorstellung, Erfahrung & Plattformen im Test

Schon Charles Darwin sagte: „Jedermann wird zugestehen, daß der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehen es in seiner Abneigung gegen Einsamkeit sowie seinem Wunsch nach Gesellschaft über den Rahmen seiner Familie hinaus.“ Lange Zeit hängte der Informationstechnologie allerdings der Ruf an, eben jenes soziale Wesen des Menschen zu zerstören. Der Computer mache einsam, die ältere Generation war besorgt, was aus der Jugend nur werden würde, wenn sämtlicher zwischenmenschlicher Austausch nur noch via Bits und Bytes von Statten gehen würde.

In Zeiten von Facebook und Co. aber, wo man sich nahezu mit der ganzen Welt mit wenigen Mausklicks vernetzen und so kommunizieren kann, ist das Thema inzwischen passé. Kein Wunder, dass die soziale Komponente sich nun auch in den Finanzbereich, besser gesagt in den FinTech-Bereich, breitmacht.

Im nachfolgenden Beitrag möchte ich das Thema „Social Trading vorstellen, die Fragen beantworten, was Social Trading ist und wie es funktioniert. Darüber hinaus findet man eine Vorstellung und Vergleich von verschiedenen Social Trading Plattformen, sowie Tests und meine Erfahrung mit dem Thema.

Was ist Social Trading?

Fangen wir erst einmal mit der grundlegenden Frage an, was überhaupt Social Trading ist. Unter Social Trading versteht man eine unregulierte Anlageberatung und Vermögensverwaltung für Privatanleger. Doch warum soll das nun „sozial“ sein?

Ganz einfach, Social Trading kombiniert soziale Plattformen mit Trading. Anleger veröffentlichen auf den speziellen Social Trading Plattformen ihre Meinung zu Wertpapieren oder gewähren einen Einblick in ihr gesamtes Portfolio und die anderen Nutzer können dieses dann kommentieren, nachbilden und interagieren.

Während man also beim klassischen Vermögensberater mit diesem alleine im stillen Kämmerlein zusammensitzt, findet beim Social Trading das Zusammenstellen, Bewerten und Entscheiden im öffentlichen Raum des Internets statt, wo jeder Einblick hat und seinen Senf dazugeben kann. Damit wird für den Anlageprozess mehr Transparenz geboten, diese ist aber nicht immer positiv, wie ich später bei den Vorteilen und Nachteilen aufzeigen werde.

Wie funktioniert Social Trading?

Wer Social Trading aktiv betreiben möchte, der muss sich bei einem der vielen Social Trading Anbieter anmelden. Diese betreiben jeweils eigene Social Trading Plattformen, auf denen man entweder selbst als Vermögensverwalter auftritt und das eigene Portfolio offenlegt, oder man schlüpft in die Rolle eines Beobachters, der verschiedene Portfolios überwacht und jederzeit auch kommentieren und sich so mit anderen Benutzer über die Performance dieses Portfolios austauschen kann.

Doch das ist nicht alles, wer selbst an den Erfolgen der offengelegten Portfolios partizipieren möchte, der kann über die Plattform auch automatisch Geld anlegen lassen. Damit kann man auch als unerfahrener Trader von den Profi-Tradern profitieren. Die genaue Funktionsweise variiert natürlich von Plattform zu Plattform, normalerweise gestaltet sich der Ablauf aber so, dass man einem ausgewählten Händler „folgt“. Ist dies der Fall, werden sämtliche Aktionen des Händlers mit den Aktionen des eigenen Kontos automatisch synchronisiert. Kauft der Händler eine Aktie A, dann wird auch für das eigene Depot die Aktie A gekauft, verkauft der Händler die Aktie B, dann erfolgt auch der Verkauf der Aktie B aus dem eigenen Depot. Man spricht bei dieser automatischen Replikation auch von Copy Trading oder Mirror Trading. Wer nicht das komplette Depot aus der Hand geben möchte, der kann auch jeweils einstellen, wie strikt diese automatische Synchronisation durchgeführt werden soll.

Vorteile und Nachteile von Social Trading

Nachfolgend findet man eine Zusammenfassung der Vorteile und Nachteile von Social Trading.

Vorteile

  • Transparenz beim Anlageprozess
  • Meinung und Kommentare von anderen können vor Investitionsfehlern schützen
  • Automatisierte Geldanlage

Nachteile

  • Keine gesetzlichen Vorschriften und berufliche Erfahrung für Portfolioverwalter
  • Viel Missbrauchspotential
  • Trader sind oft anonym
  • Trader können mehrere Konten haben mit verschiedenen Strategien – eine wird schon aufgehen (falls nicht mit Echtgeld gehandelt wird)

Social Trading Anbieter

Zu den führenden Anbietern im deutschen Markt gehören unter anderem:

  • ayondo
  • Zulutrade
  • Wikifolio
  • eToro
  • United Signals
  • Bux
  • Nextmarkets

Bildquelle: geralt / pixabay.com

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